Das im Blogbeitrag bereits erwähnte Problem mit der Bordelektronik von Frieda hat uns leider den Start in die diesjährige Campingsaison erschwert. Wir hatten die Hoffnung, einen "heimischen Mechatroniker" zu finden, um mit einer funktionierenden Bordelektronik beruhigt in die kommenden Touren mit Frieda zu starten.
Wie sollen wir das weitere Prozedere an dieser Stelle beschreiben? Ähnlich wie bei den bereits kontaktierten Werkstätten möchten wir auch bei unserer "heimischen Hoffnung auf eine Lösung des Problems" nicht nachtragend sein oder negative Bewertungen abgeben; das entspricht nicht unserem Stil. Dennoch erfüllte uns die Hoffnung auf eine Lösung nicht, sodass wir, als Antwort auf unseren Hilferuf auf Facebook, am 27.04.2026 mit Frieda nach Ochtrup an die niederländische Grenze aufbrachen. Die ca. vierstündige Fahrt über die Autobahn hat Frieda wie immer gut gemeistert und wir wurden - anders als das bei den bisherigen Versuchen der Fall war - in unserer Hoffnung, dass uns geholfen werden kann, nicht enttäuscht. Durch Hilfe eines kompetenten Mechatronikers wurden unsere ersten Probleme mit der Bordelektronik von Frieda bestens gelöst.
Nach der ersten Lösung unseres Problems war es an der Zeit, die Vorräte für die weitere Reise mit Frieda aufzufüllen und einen Übernachtungsplatz in der Nähe der Werkstatt zu finden. Von dort aus sollte es dann (relativ) spontan in die Reisewoche mit Frieda gehen. Mit der App Park4Night fanden wir nur wenige Kilometer von der Werkstatt entfernt einen sehr schönen Stellplatz bei der Tischlerei Eilers in Ochtrup. Nachfolgend einige Eindrücke des Stellplatzes, die durch Informationen auf dem Internetauftritt der Tischlerei ergänzt werden. Wie dort beschrieben, hatten wir tatsächlich einen traumhaften Ausblick auf die umliegenden Felder und konnten eine ruhige Nacht verbringen. Für unsere nächste Fahrt nach Ochtrup ist der Stellplatz auf jeden Fall schon vorgemerkt.
Wie auf unseren Bildern zu sehen ist, hatten wir einen entspannten Abend auf dem Stellplatz und konnten dank der App Landvergnügen unsere nächsten Reiseziele planen.
Aufgrund der Nähe des Stellplatzes zu den Niederlanden beschlossen wir am nächsten Tag, das Obelink Campinggeschäft in Winterswijk zu besuchen. Wir gingen davon aus, dass es das "Ikea für Camper" sei, und starteten die Fahrt dorthin mit hohen Erwartungen. Laut Beschreibung lädt eine Verkaufsfläche von 72.500 m² dazu ein, stundenlang zu verweilen. Um das Campinggefühl während des Einkaufs zu verstärken, bietet Obelink die Möglichkeit, Zelte, Markisen, Vorzelte und andere Campingartikel nicht nur zu betrachten, sondern auch auszuprobieren. Ob gezielt ein bestimmtes Produkt gesucht wird oder eine ausgedehnte Shoppingtour geplant ist; bei Obelink steht das Erlebnis im Vordergrund.
Außerdem betont Obelink, dass niemand das Campinggefühl besser kennt als sie, da sie selbst Camper sind.
Was haben wir erlebt? Es war sicherlich spannend, den Markt in Echt zu besichtigen, den wir zuvor nur online kannten. Zu Beginn war der Markt sehr überlaufen, doch dank der großzügigen Verkaufsfläche entzerrten sich die Menschenmengen und wir konnten dann entspannt durch die verschiedenen Bereiche schlendern. Da wir bereits gut mit Campingzubehör ausgestattet sind, suchten wir nicht gezielt nach bestimmten Artikeln. Vielmehr wollten wir einfach die "Wissenslücke" schließen und den Markt live erleben. Erwähnenswert ist auch das Restaurant, in dem, ähnlich wie bei IKEA, keine Gourmetküche zu erwarten ist, jedoch für einen erschwinglichen Preis ein schmackhaftes Essen angeboten wird. Um den Markt jedoch nicht ohne Einkauf zu verlassen, haben wir für Frieda einen neuen Sat-Finder erworben, den wir nach einmaligem Gebrauch als nicht brauchbar empfanden.
Da wir uns in der Nähe unseres nächsten Übernachtungsplatzes befanden, nutzten wir den Weg dorthin, um in einem "Kaffeeoutlet" unsere Vorräte für Frieda aufzufüllen. Bereits hier wurde man auf das bevorstehende Fußballspiel eines der besten Vereinsmannschaften Europas am Wochenende eingestimmt. In den Niederlanden scheint man tatsächlich (doch ein wenig) Fußballverständnis zu besitzen.
Nach unserem Einkauf haben wir direkt an der holländischen Grenze auf dem Büffelhof Kragemann in der Nähe von Bocholt unser nächstes Landvergnügen erlebt.
Die Besitzer des Hofes halten seit 2004 Wasserbüffel und haben es erfolgreich geschafft, sie zum Melken zu bewegen. Mittlerweile zählt die Herde etwa 150 Tiere, aus deren Milch köstlicher Käse in verschiedenen Varianten hergestellt wird. Auch das Fleisch der Wasserbüffel wird im kleinen aber feinen Hofladen angeboten, ebenso wie leckeres Eis aus Wasserbüffelmilch.
Der Hof ist liebevoll gestaltet, und die folgenden Bilder vermitteln einen Eindruck davon, ebenso wie das Video auf dem Instagram-Kanal von Frieda. Neben den Wasserbüffeln konnten wir auch andere Tiere, wie Esel und Ziegen, auf dem Gelände des Hofs beobachten.
Wir haben hier eine sehr ruhige und angenehme Nacht verbracht und hatten von unserem Stellplatz aus die Möglichkeit, die Wasserbüffel aus nächster Nähe zu beobachten.
Unser nächstes Ausflugsziel führte uns am 29. April 2026 zur Villa Hügel in Essen. Die Villa Hügel, die im Essener Stadtteil Bredeney liegt, wurde zwischen 1870 und 1873 auf Wunsch von Alfred Krupp erbaut und diente als Wohn- und Repräsentationshaus der Industriellenfamilie Krupp.
Die beeindruckende, schlossähnliche Villa erstreckt sich über 11.000 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche und umfasst 399 Räume. Sie thront an einer prominenten Lage über dem Ruhrtal und dem Baldeneysee, umgeben von einem 40 Hektar großen Hügelpark.
Heute ist die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung die Eigentümerin des Anwesens. In der Villa hat zudem die Kulturstiftung Ruhr ihren Sitz. Regelmäßig finden hier Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen statt. Zahlreiche historische Räume sowie die historische Ausstellung Krupp sind für die Öffentlichkeit zugänglich.
Auf Wikipedia lassen sich weitere Einzelheiten über die Villa Hügel und die Geschichte der Firma Krupp erfahren. Wir hatten einen wunderschönen Tag in der Villa Hügel und auf dem weitläufigen Außengelände. Die folgenden Bilder werden hoffentlich einen Eindruck von diesem beeindruckenden Bauwerk vermitteln.
Um in der Nähe unseres nächsten Ausflugsziels zu übernachten, haben wir unser nächstes Landvergnügen auf dem Hof Schulte Schüren verbracht. Der Hof liegt am Rand von Bochum und beschreibt sich als traditioneller landwirtschaftlicher Betrieb. Neben der Bewirtschaftung der Felder und der Tierhaltung bietet er auch selbst erzeugte Produkte zum Verkauf an.
Um eine außergewöhnliche Einkaufsgelegenheit zu schaffen, die sich durch die Frische der angebotenen Waren abhebt, ermöglicht der Hof den Kunden, rund um die Uhr 365 Tage im Jahr frische Produkte an den Verkaufsautomaten direkt vor Ort zu erwerben.
Tatsächlich waren wir beeindruckt von dem umfangreichen und schmackhaften Sortiment der Automaten. Allerdings waren wir nicht die einzigen Kunden, sodass der Parkplatz, auf dem wir auch übernachtet haben, bis spät in die Nacht stark frequentiert war. Das ständige Kommen und Gehen sowie die Nähe zur Hauptverkehrsstraße sorgten für eine eher unruhige Nacht, die wenig erholsam war. Dies war die erste Übernachtung mit Landvergnügen, die wir nicht positiv bewerten konnten. Im Nachhinein wäre es sinnvoll gewesen, einen alternativen Stellplatz zu suchen, doch aufgrund der fortgeschrittenen Zeit haben wir einfach keine Luste mehr gehabt, nochmal alles umzuplanen und uns so mit der Situation arrangiert.
Im Folgenden ein Impressionen vom Hof und seinen Automaten.
Unser nächstes und letztes Ziel war das Deutsche Bergbau Museum in Bochum. Dieses Museum gehört zu den meistbesuchten in Deutschland und ist das größte Bergbaumuseum weltweit. Es fungiert zudem als Forschungsinstitut für Montanarchäologie und Archäometrie sowie als Dokumentationszentrum und Archiv für die Montangeschichte.
Die über 12.000 m² großen Ausstellungsflächen und ein originalgetreues Anschauungsbergwerk unterhalb des Museums mit etwa 2,5 km Streckenlänge (davon sind 1,2 km öffentlich zugänglich) bieten den Besuchern faszinierende Einblicke in die Welt des Bergbaus. Die Forschungsschwerpunkte der Wissenschaftler liegen auf der Geschichte und Technik des Montanwesens sowie der Dokumentation und dem Schutz von Kulturgut. Als Forschungseinrichtung ist das Museum Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft (siehe auch die Beschreibung des Museums auf Wikipedia.de).
Obwohl wir das Anschauungsbergwerk nicht besichtigen konnten, da dies nur im Rahmen einer Gruppenführung möglich ist, haben wir dennoch viel Zeit im Museum verbracht und konnten unter anderem von der Plattform des ehemaligen Förderturms einen herrlichen Blick über ganz Bochum genießen.
Wie bereits die Beschreibung auf Wikipedia andeutet, umfasst die Ausstellung im Museum nicht nur die Geschichte des deutschen Bergbaus. Vielmehr wird auch die Geschichte des Bergbaus weltweit sowie die damit verbundenen Funde präsentiert. Insgesamt ist ein Besuch sehr empfehlenswert, und die nachfolgenden Bilder sprechen für sich.
Die dichte Infrastruktur des Ruhrgebiets haben wir optimal genutzt und sind nach der Besichtigung des Bergbaumuesums nur wenige Kilometer zum Schultenhof in Dortmund gefahren. Wie vor jedem unserer Übernachtungsziele haben wir auch diesmal Frieda mit Proviant aus einem dem Übernachtungsziel nahegelegenen Supermarkt versorgt. Wir legen stets großen Wert darauf, nur mit einer kleinen Menge heimischer Lebensmittel in den Urlaub zu starten und kaufen anschließend regionale Produkte, um unseren Kühlschrank zu füllen. Auch wenn dies – besonders auf den Höfen des Landvergnügens – manchmal teurer ist, als sich für die gesamte Fahrt mit eigenen Lebensmitteln einzudecken, sind wir schließlich im Urlaub und achten nicht penibel auf jeden Cent den wir ausgeben. Da auf den meisten Höfen des Landvergnügens das Übernachten kostenlos ist, halten wir es für gerechtfertigt, die schönen Stellplätze durch den Kauf hofeigener Produkte zu honorieren.
Der Schultenhof befindet sich im Herzen der Blomke, einem großen Naturschutzgebiet im Süden Dortmunds. Die Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt Dortmund GmbH sind Träger dieses Hofes. Das bedeutet, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit und ohne Behinderung hier gemeinsam Getreide, Gemüse, Kräuter, Obst und Blumen anbauen. Im Gewächshaus wachsen Tomaten und Gurken, während im Freiland Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln gedeihen. Von der Aussaat über die Pflege bis zur Ernte und dem Verkauf übernehmen die Mitarbeiter alle Aufgaben im Gemüsebau. Gleich nach unserer Ankunft erhielten wir von der Hofleiterin eine sehr informative Führung, die uns umfassend über die Struktur des Hofes aufklärte.
Wir haben das wunderschöne Naturschutzgebiet bei einer kleinen Wanderung erkundet und sind auch am fußläufig in etwa zehn Minuten erreichbaren Signal Iduna Park, der Heimspielstätte des Fußballvereins Borussia Dortmund, vorbeigewandert. An dieser Stelle möchten wir uns nicht weiter über das Stadion und den Verein auslassen und verweisen auf die beigefügten Bilder.
Insgesamt – trotz der Nähe zum genannten Stadion – war es ein sehr schönes Landvergnügen mit einem großen und gut sortierten Hofladen, von dem wir leider vergessen haben, Bilder zu machen...
Bis auf einen kleinen Regenschauer in unserer letzten Übernachtung am 02.05.2026 hatten wir durchweg Sonnenschein und sehr angenehm warme, aber nicht zu hohe Temperaturen. Das hat uns Dank der auf dem Dach verbauten Solaranlage von Frieda stets ermöglicht, autark zu stehen und nicht auf den sog. "Landstrom" angewiesen zu sein. So sind und waren wir auf der Suche nach den Übernachtungsplätzen sehr flexibel, ein Umstand der uns auch unseren Stellplatz für den Feiertag am 01.05.2026 finden ließ.
Leider haben die beiden Gastgeberinnen keinen eigenen Internetauftritt. Doch wie auf dem nebenstehenden Bild und in unseren weiteren Bildern vom Gemüsebau Rickert zu sehen ist, haben wir einen wunderbaren Tag auf dem Hof von Melanie und Manuela verbracht.
Die beiden bewirtschaften ihren Hof auf traditionelle Weise und setzen auf Freilandanbau ihrer Produkte, ganz ohne chemische Hilfsmittel wie Düngemittel.
Wir hatten sehr angenehme Gespräche, auch abends an unserem Stellplatz, und erfuhren viel über ihre Arbeit sowie die Herausforderungen, die mit dem Anbau eigener Produkte verbunden sind, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Die idyllische und ruhige Lage des Hofes in Bettinhausen, einem Ortsteil von Bad Sassendorf im Kreis Soest, trug zu einem perfekten, sonnigen und angenehmen Landerlebnis bei.
Außerdem haben wir Produkte vom Hof gekauft und damit eine köstliche (vegetarische) Pastasauce zubereitet.
Die beiden Gastgeberinnen präsentieren ihren Hof auch auf Facebook. Für alle, die einen entsprechenden Account besitzen, empfehlen wir einen Besuch dieser Seite.
Im Folgenden zeigen wir euch einige Impressionen von unserem wunderschönen, entspannten Landvergnügen am Maifeiertag.
Nachdem der Schwerpunkt unserer Tour, neben der Behebung der Probleme mit Friedas Bordelektronik, auf der Erkundung der Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet lag, haben wir es am Maifeiertag und am darauffolgenden Tag ruhig angehen lassen. Unser Ziel war es, nur wenige Kilometer zurückzulegen, zu entspannen und neue Kräfte für die bevorstehenden Arbeitswochen zu tanken.
Unser letztes Landvergnügen verbrachten wir daher auf dem Hof Rodenbeckenschnieder, in der Nähe von Verl im Kreis Gütersloh. Wie auf der Homepage zu sehen ist, ist der über 300 Jahre alte Hof nicht nur ein malerisches Ausflugsziel, sondern beherbergt auch kleine Läden sowie ein wunderschönes Hof-Café, das wir gerne besucht haben.
Wir genossen den Tag mit Blick auf die weitläufigen Felder und dem Besuch von Hühnern sowie dem Hofhund Anton. Den perfekten Abschluss unserer Tour mit Frieda bildete die Feier des Aufstiegs des FC Schalke 04 in die 1. Bundesliga :-)
Unser Fazit nach insgesamt 789 gefahrenen Kilometern: Frieda hat ihre Zuverlässigkeit bereits während unserer Reisen mit der alten Dame im letzten Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mittlerweile genießen wir es, entspannt im Verkehr auf der Autobahn "mitzuschwimmen". Das ist einfach viel angenehmer, als im Stop-and-Go-Verkehr auf Landstraßen, wie etwa im Ruhrgebiet, festzustecken.
Ursprünglich hatten wir eine Reise an den Bodensee geplant, mit einer dreitägigen Übernachtung auf einem Campingplatz nahe Konstanz und der Insel Mainau. Doch wie es oft der Fall ist und bereits mehrfach geschrieben wurde, ließen uns die heimischen Werkstätten im Stich. Wären wir nicht auf das freundliche Hilfsangebot nahe der holländischen Grenze gestoßen, hätten wir diese wunderschöne, zurückliegende Tour wohl so schnell nie gemacht. Besonders empfehlen können wir die Besichtigungen der Villa Hügel und des Bergbaumuseums!
Nach unserer Rückkehr in die Schwalm haben wir Frieda gründlich von außen und innen gereinigt. Unsere nächste Reise führt uns an Pfingsten wieder zum Campingplatz Trendelburg.