Die Pflege eines Oldtimers

Veröffentlicht am 5. Mai 2026 um 18:57

Wer unseren Blog aufmerksam verfolgt, weiß, wie sehr uns Frieda am Herzen liegt und wie sehr wir die Reisen mit der alten Dame genießen. Der Umbau zu einem Wohnmobil wurde laut dem Vorbesitzer von Frieda von der Firma "Münsterland" durchgeführt, die heute als LMC bekannt ist. Leider haben wir auf unsere Anfrage, ob bekannt ist, in welcher Stückzahl Frieda produziert wurde, von dieser Firma keine Antwort erhalten. Wenn man jedoch in einschlägigen Fahrzeugportalen (u.a. Kleinanzeigen.de) nach ähnlichen Fahrzeugen wie Frieda sucht, erhält man kaum bis gar keine Ergebnisse. Das deutet darauf hin, dass Frieda möglicherweise die letzte ihrer Art ist, was uns natürlich mit Stolz erfüllt. Umso mehr, da Frieda durch die sorgfältige Pflege ihres Vorbesitzers in einem hervorragenden Zustand ist.

Um auch in den kommenden Jahren viele weitere Abenteuer mit Frieda erleben zu können, legen wir großen Wert auf die regelmäßige Wartung der (Motoren-)Technik.

Hier liegt jedoch das Problem: Viele Fachwerkstätten, die wir beispielsweise wegen der "Dieselpest" kontaktiert haben, scheuen sich, die Reparatur eines Oldtimer-Wohnmobils zu übernehmen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Frieda mit modernen Wohnmobilen nicht vergleichbar ist; schließlich lässt sich nicht einfach ein Diagnosegerät anschließen, um Fehler auszulesen – diese Technik gab es im Jahr 1975 (zum Glück) noch nicht. Wir haben tatsächlich einige ernüchternde und teils unfreundliche Antworten auf unsere Anfragen erhalten, insbesondere von Werkstätten in der Region, die in ihren Anzeigen mit der Reparatur und Pflege von Oldtimern werben.

Also was blieb uns übrig? Zum Glück über die Hilfe eines guten Freundes zu verfügen, der uns schon seit vielen Jahren durch die Reperatur und Wartung unseres privat - PKW bekannt ist. Mit seiner Hilfe konnten wir die Dieselpest beseitigen und gleich auch neue Reifen an Frieda montieren. 

Die nächste "Baustelle", die uns von Anfang an mit Frieda begleitet, sind die Elektronikprobleme des Armaturenbrettes. Während die Geschwindigkeits- und Temperaturanzeige einwandfrei funktionieren, spielen alle anderen Anzeigen verrückt. Beispielsweise wackeln beim Betätigen des Bremspedals die Anzeigen für den Ladezustand der beiden Bordbatterien, die Rückfahrkamera bewegt sich im Takt der Blinker, und die Tanknadel springt bei eingeschaltetem Scheibenwischer von links nach rechts und zurück. In unserer Verzweiflung waren wir lange auf der Suche nach einer Werkstatt oder einem Mechatroniker, der sich dieser Herausforderung annehmen wollte. Da wir erneut keine Antworten auf unsere Anfragen erhielten, haben wir mithilfe von Internetrecherchen selbst herausgefunden, dass der Sicherungskasten und die Sicherungen von Frieda aus dem Jahr 1975 stammen. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder neue Verbraucher (wie die Rückfahrkamera und die Trittstufe) mit sogenannten "Steckverbindungen" hinzugefügt. Dadurch sind die Kontakte der Sicherungen und deren Metallhalterungen sowie die Steckverbindungen oxidiert und liefern nicht mehr ausreichend Strom an die entsprechenden Verbraucher.
Da wir Laien in Bezug auf die Neuausstattung des Sicherungskastens von Frieda sind, erinnerten wir uns an unsere Mitgliedschaft in einer Oldtimergruppe in den sozialen Medien. Tatsächlich hörte unser verzweifelter Hilferuf einen Mechatroniker nahe der holländischen Grenze. Nach einem Besuch, der mit unserer ersten Tour in diesem Jahr verbunden war, steht fest, dass wir hier kompetente und vor allem freundliche Hilfe erhalten. Wir werden also noch einmal dorthin fahren, damit die Elektrik der Cockpitinstrumente von Frieda komplett renoviert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht wird.

Wir werden natürlich zu gegebener Zeit die entsprechenden Bilder der neuen Elektronik von Frieda einstellen, bis dahin zunächst eine kleine Auswahl von Bildern unseres Besuchs in der Werkstatt:

Was gibt es unter diesem Punkt noch zu sagen? Wir sind der Meinung, dass der Besitz eines Oldtimer-Wohnmobils stark von einem unterstützenden "Netzwerk" abhängt, das einem bei Problemen oder auftretenden Fehlern zur Seite steht. Denn wie beschrieben haben wir von den "etailblierten" Werkstätten in der näheren Umgebung nur Ablehnung erfahren, was die Anfragen bei der Abhilfe unserer Probleme anging.Darüber hinaus erweist sich die Mitgliedschaft in verschiedenen Facebook-Gruppen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, als äußerst hilfreich. Ohne die freundliche Unterstützung der gefundenen Werkstatt wäre unser Traum mit Frieda möglicherweise schon bald zu Ende gewesen. Es ist frustrierend zu erleben, wie wenig Hilfsbereitschaft es bei Herausforderungen gibt, die noch echtes handwerkliches Geschick erfordern.

Aktuell haben wir keine Probleme mit Frieda, aber für den Fall der Fälle ist es von großem Vorteil, dass die originalen Reparaturpläne und Ersatzteilkataloge vom Vorbesitzer aufbewahrt und uns beim Kauf der alten Dame mitgegeben wurden. Das kann bei möglichen künftigen Reparaturen nur von Vorteil sein.